Jung, temperamentvoll und keck – das ist Jive. Ein Tanz, gleichermaßen beliebt bei jung und alt. Mit seinem klaren Rhythmus erinnert er

an die gleichmäßig, fast aggressive Betonung des Rock & Roll und Boogie. Damit motiviert er natürlich zu impulsiven und unbeschwerten Bewegungen. Locker wird in den Knien gefedert – die Füße rasen fast über die Tanzfläche. Dieser Tanz ist zum Austoben.

Wird der Jive offiziell zu den Lateinamerikanischen Tänzen gezählt, so ist er doch mehr Nordamerikanisch. Seine Wurzeln liegen unverkennbar im Boogie Woogie und seinen Geburtsort findet man in den Vereinigten Staaten von Amerika.

Genauer betrachtet ist der Jive eine Kombination verschiedener, swingiger Tanzarten. Namen wie Jitterbug, Lindy Hop und ähnlicher Gesellen tauchen dabei auf und erinnern an die revolutionäre Nachkriegszeit.

Ja selbst der uns so vertraute Disco Fox – ein Tanz der von jedem schnell und unkompliziert erlernt werden kann – ist in der ein oder anderen Tanzschrittform im Jive wieder zu finden. Was aber macht den Jive so unbeschreiblich interessant?

Hört man seine Musik, fängt man automatisch an gleichmäßig zu wippen und mit den Füßen zu klopfen. Sie geraten sofort in Stimmung, beginnen sich zu bewegen. Das rhythmische Gefühl überträgt sich durch die treibende, pulsierende Musik des gerade betonten Vierviertel Takt. Denn genauso wie beim Rock & Roll liegt die Betonung auf dem zweiten und vierten Taktschlag. Es klingt etwas dumpfer als beim helleren ersten und dritten Taktteil. Warum ist das so?

Wie Sie schon zuvor gehört haben, stammt der Jive vom Boogie ab – und unter Boogie Woogie versteht man eine pianistische Begleitung zum Blues Gesang. Durch die markante, regelmäßig wiederkehrende Bassbetonung war hier musikalisch der Grundstock für viele Gesellschaftstänze gelegt.

Ganz deutlich erkennt man eine Unterbetonung – ausgelöst durch eine Dreiteilung in der Musik. Automatisch treibt es Sie in eine Seit-Schluss-Seit Bewegung – dem Wechselschritt. Er ist das Grundgerüst für den Jive – unterbrochen durch eine deutlich langsamere Vor- und Rückwärtsbewegung, dem Wiegeschritt. Hierauf setzen Sie die typische Führung für diesen schwungvollen Tanz – Sie ziehen und schieben in die verschiedensten Tanzfiguren.