Sonne, Strand, Meer – braungebrannte Latinos und viel ausgedrückten Stolz sollten Sie jetzt im Sinn haben. Samba ist Lebensfreude pur, und Sie erleben diesen traumhaften, lateinamerikanischen Tanz schon im Tanzkurs 2 für Fortgeschrittene.

Schließen Sie die Augen und reisen Sie mit mir nach Rio – richtig, Karneval in Rio. Können Sie die leichtbekleideten Schönheiten mit ihrem, fast meterhohen Kopfschmuck, entdecken? Sie drehen sich in atemberaubender Geschwindigkeit und nicht minder atemberaubend locken sie auch mit ihren wackelnden Hüften. Tage- und Nächtelang wird in den Straßen getanzt. Das ist Samba!

Alle erdenklichen Percussion Instrumente sind zu hören – die treibende Sambamusik lockt mit Gurken, Bongos und Trommeln. Dazwischen die Glaves – viele Instrumente geben den Rhythmus an und treiben Sie geradezu in die schwingende Bewegung eines bewegungsfreudigen Tanzes. Fast ist es so, als ob sich alle in Trance bewegen.

Faszinierend werfen Tänzer und Tänzerinnen ihren Oberkörper nach vorn und zurück – sie kreisen kokett mit Bauch und Hüften und, hin und wieder, springen sie dabei auch auf und ab. Die typische Samoabewegung eben – der Samba Bouncen schlüpft in die Knochen.

Samba – aus dem Portugiesisch-afrikanischem Wortstamm verspricht ungezügeltes Temperament verbunden mit einer bestechenden Leichtlebigkeit. Und all dies hat sich ohne große Anstrengung malerisch gefunden und ergänzt. Ursprünglich galt dieser Tanz als brasilianischer Volkstanz und war schon um 1880 herum bekannt. Seine Wurzeln gehen auf die Maxixe – die brasilianische Tanzform auf kubanische Habanera Musik. Vermischt hat sich das explodierende Tanzmenü mit dem Baiao – dem typischen, traditionellen Tanz aus der brasilianischen Küstenstadt Bahia.

Zirka 1920 tauchte die Samba im europäischen Raum auf – aber, wahrscheinlich waren die Europäer zu dieser Zeit noch nicht bereit dieser spritzigen Urkraft im negriden Samba die Türen zu öffnen. Schon bald verschwand dieser äußerst schwungvolle Tanz wieder von der Bildfläche. Kurz nach dem Krieg – so ab ungefähr 1948 – kam er jedoch in Mode und wurde nur noch von wenigen als schamloses Urwaldspektakel mit steifer Skepsis betrachtet.